Staatstheater Nürnberg

FER(N)FÜHRUNG GEGEN DEN SCHAUSPIELBLUES #3 – Die Bühnen

Schauspielhaus 1959Foto: Staatstheater Nürnberg/Bauverwaltung | Creative Commons CC-BY-SA


Auch die Räumlichkeiten des Schauspielhauses stehen derzeit weitgehend leer. Und das ist für diesen Ort eine Besonderheit! Denn der heutige Standort war schon immer ein Treffpunkt für viele Menschen: Hier stand einst ein berühmtes Velodrom, eine beliebte Bar der US-Armee und auch schon mal ein Kino! Eine kleine Zeitreise…

Hercules VelodromDas Hercules-Velodrom | Foto: Stadtarchiv Nürnberg | Creative Commons CC-BY-SA

1951 wurde neben dem Opernhaus ein Kino- und Varietégebäude für die US-Armee errichtet (an Stelle des durch Bomben zerstörten Hercules-Velodroms), das 1957 von den Amerikanern an die Stadt Nürnberg zurückgegeben wurde.

Schauspielhaus 1959Foto: Staatstheater Nürnberg/Bauverwaltung | Creative Commons CC-BY-SA

1959 wurde das Armee-Theater der Besatzungstruppen zum Schauspielhaus umgebaut. Bis dahin hatte das Schauspiel der Städtischen Bühnen zehn Jahre lang im "Lessing-Theater" gespielt, einem kargen Saal im ehemaligen Hotel "Deutscher Hof".

Der provisorische Anbau für die Bühne wich einem kubischen Bühnenturm, in dem die Obermaschinerie für die Schauspielbühne untergebracht wurde. Die schlichte und sachliche Architektur der 1950er Jahre wurde nur durch wenige ornamentalische Ziegelmuster ergänzt.

Der neue Zuschauersaal des Schauspielhauses bot 942 Zuschauern Platz, die sich auf das Parkett und einem Rang im Obergeschoss verteilten.

Schauspielhaus mit Blick in den Zuschauerraum mit Rang 1959Blick von der Bühne in den Zuschauerraum mit Rang | Foto: Staatstheater Nürnberg/Bauverwaltung | Creative Commons CC-BY-SA
Schauspielhaus mit Blick vom Rang auf die Bühne 1959Blick vom Rang auf die Bühne | Foto: Staatstheater Nürnberg/Bauverwaltung | Creative Commons CC-BY-SA

Der große Raum im ungenutzten Keller, in dem sich bis 1959 der berühmte "Stork Club" der US-Armee befand, wurde 1962 zu den "Kammerspielen" umfunktioniert.

Stork ClubDer „Stork Club“, ein beliebter Treffpunkt der amerikanischen Besatzungssoldaten | Foto: Staatstheater Nürnberg/Bauverwaltung | CC-BY-SA

Die räumliche Situation des "Keller-Theaters", wie die Kammer auch genannt wurde, war für die gewünschten Zwecke nicht zufriedenstellend, da die flache Cinemascope-Bühne und die dicken, tragenden Säulen zwischen den Sitzreihen keinen wirklichen Spielbetrieb zuließen. Auch heute noch gibt es auf Grund der Säulen auf einigen Sitzplätzen erhebliche Sichteinschränkungen.

Zuschauerraum Kammerspiele heuteFoto: Marion Bührle | Creative Commons CC-BY-SA

Die Kammerspiele mit 199 Sitzplätzen im Untergeschoss erhielten einen direkten Zugang über die Südseite des Baus (Karl-Pschigode-Platz) sowie direkt über die Tiefgarage.

Zuschauerraum Schauspielhaus Saal heuteFoto: Marion Bührle | Creative Commons CC-BY-SA

1976 wurde der Rang im Schauspielsaal entfernt und das Parkett zugunsten der besseren Sichtverhältnisse und der Akustik steiler angelegt. Die Anzahl der Sitzplätze wurde dadurch jedoch auf 539 Plätze reduziert.

Mit der Generalinstandsetzung des Schauspielhauses 2010 wurden die Zuschauerräume und Foyers vollkommen neu gestaltet und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Der Abstand der Sitzreihen mit aktuell 537 Sitzplätzen wurde erweitert, die steil ansteigende Reihenanordnung (ohne Rang) blieb erhalten.

Mehr Informationen erhalten Sie während einer THEATERFÜHRUNG.

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