Staatstheater Nürnberg

Schtonk! – Von der Bauprobe bis zur Aufführung

Wie kommt der legendäre Film auf die Bühne? Ganz konkret als Bühnenbild von der Idee bis zur Premiere und was passiert da alles im Hintergrund? Das erfahrt ihr hier – viel Spaß!

Schtonk Bauprobe c DavidKlumpp DKL 4526

Los geht es natürlich mit der Entscheidung für ein Stück – hier eine Filmvorlage. Das passiert meist zwischen ein und zwei Jahren vor der Premiere. Danach haben alle erst einmal einen Moment Zeit, die Konzeption genauer auszuarbeiten. Und das Bühnenbild ist dabei eine der dringlichsten Angelegenheiten.
Denn ca. 5-6 Monate vor den eigentlichen Proben findet schon die BAUPROBE statt. Und vorher muss viel ausgedacht, ein Modell gebaut, Pläne gezeichnet und die Realisierbarkeit von Bühnenbildner*in, Konstrukteur*in und den verschiedenen Abteilungen – wir nennen sie "Gewerke" – vorgeprüft werden.
Und dann ist es endlich soweit: So wie später die Proben zum Ausprobieren und Konkretisieren der Inszenierungsideen dienen, wird bei der BAUPROBE das Bühnenbild in Originalgröße – aber noch mit "markierten", also provisorischen Materialien – auf die Originalbühne gebaut. Wie ein 1:1-Modell. Ein großer Moment!

Schtonk! – Die Bauprobe

Ein Modell des späteren Bühnenbilds. | Foto: David Klumpp
Ein Blick von Oben bringt weitere Details ans Licht. | Foto: David Klumpp
Perspektivischer Blick vom Modell zur Bühne. | Foto: David Klumpp
Das Bühnenbild wird als Provisorium auf der Bühne markiert, um Dimensionen sichtbar zu machen. | Foto: David Klumpp
(v.l.n.r.) Christian Brey (Regie), Anette Hachmann (Bühne und Kostüm), Brigitte Ostermann (Chefdramaturgin), Jan Philipp Gloger (Schauspieldirektor) | Foto: David Klumpp
Das Regie-Team stellt die Konzeption vor. | Foto: David Klumpp
Erster Versuch einer Projektion auf das Rondell. | Foto: David Klumpp
Hinter dem Vorhang verbirgt sich ein Schiff. | Foto: David Klumpp
Das Regie-Team begeht gemeinsam mit den Gewerken das Bühnenbild. | Foto: David Klumpp


Bei der der BAUPROBE finden wir heraus, was noch zu ändern, weiterzuentwickeln oder zu klären ist. Es wird viel gezeichnet, recherchiert und gerechnet, denn alles muss funktionieren und bezahlbar sein. Es folgt die Werkstattabgabe. Und wenn alles stimmt, wird gebaut. Dafür spielen verschiedene Werkstätten und Abteilungen des Staatstheaters Hand in Hand zusammen, etwa die SCHREINEREI, die SCHLOSSEREI, der MALSAAL und die PLASTIKER sowie die BÜHNENTECHNIK – die das Ganze später immer wieder auf- und abbauen muss – und viele andere. Wann immer es geht, recyceln wir dabei Material aus früheren Stücken, das in einem riesigen Fundus an der Frankenstraße aufbewahrt wird.

Schtonk! – In den Werkstätten

Als Inspiration für das Bühnenbild dient ein existierendes Boot. | Foto: David Klumpp
Am Computer entsteht ein CAD-Modell. | Foto: David Klumpp
Der fertige Plan geht dann in die Werkstatt. | Foto: David Klumpp
Hier bekommt man bereits einen ersten Eindruck der Dimensionen. | Foto: David Klumpp
Der Bootrumpf in der Entstehung. | Foto: David Klumpp
An diese Seite wird später ein großes Zelt angebaut, das gerade in der Schlosserei entsteht. | Foto: David Klumpp
Ein Blick in den Schiffsrumpf. | Foto: David Klumpp
Carpenter for scale. ;-) | Foto: David Klumpp
Vom Plan zum fertigen Zeltgestänge. | Foto: David Klumpp
Die Seitenteile sind bereits fertig. | Foto: David Klumpp
Das Zelt wird später auf der Drehbühne hinter dem Boot stehen. | Foto: David Klumpp


Während die Werkstätten Visionen Wirklichkeit werden lassen, passiert dasselbe auf den eigentlichen Proben, die inzwischen auch begonnen haben. Sie dauern meist 6 bis 8 Wochen und starten mit der KONZEPTIONSPROBE, auf der auch den Schauspieler*innen die Konzeption, sowie das Bühnen- und Kostümbild vorgestellt und das Stück zum ersten Mal gemeinsam gelesen wird. Dafür und für die ersten Probenwochen steht noch nicht die Original-Bühne, sondern eine Probebühne zur Verfügung, auf der das Bühnenbild noch einmal in seinen Dimensionen und wichtigsten Elementen "markiert" wird.

Schtonk! - Bei einer Probe

Auch bei den szenischen Proben gibt es genügend am Tisch zu tun, v.a. vom Team. | Foto: David Klumpp
Wobei der Tisch auch mal im Weg sein kann. | Foto: David Klumpp
Die Figurinen geben einen Eindruck vom Kostümbild, an dem zu diesem Zeitpunkt in den Schneidereien und von der ganzen Kostümabteilung unermüdlich gearbeitet wird. | Foto: David Klumpp
Auf Proben darf der Regisseur manchmal ausnahmsweise mit dem nackten Finger auf angezogene Leute zeigen. | Foto: David Klumpp
Fun Fact: Slapstick und Komödie brauchen oft die konzentriertesten Absprachen und actionlosesten Proben. | Foto: David Klumpp
Wie man z.B. hier sehen kann. | Foto: David Klumpp
...oder hier... | Foto: David Klumpp
...oder hier! | Foto: David Klumpp


Ungefähr 2 Wochen vor der Premiere ist es dann soweit. Bei der TECHNISCHEN EINRICHTUNG kommen zum ersten Mal die Originalteile des Bühnenbilds auf der Bühne zusammen – und hoffentlich passt alles, es gibt keine Stolperfallen und lässt sich mit etwas Übung gut und zeitsparend auf- und abbauen. Über Konzeption und Bühnenbild haben wir mit SCHTONK!-Regisseur Christian Brey und Bühnenbildnerin Anette Hachmann gesprochen.

Youtube-Inhalte aktivieren

Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Video: David Klumpp | Creative Commons BY-SA


Das war jedoch nur ein kleiner Abriss dessen, wieviel Arbeit hinter der Produktion eines solchen Stücks steckt – über Kostüm, Ton, Video oder Beleuchtung haben wir hier noch gar nicht berichtet.

Jetzt wünschen wir aber viel Spaß bei eurem nächsten Theaterbesuch!

Passend dazu:

Nach oben