Neujahrskonzerte 2026
Im Detail: Rausch
Ein singuläres Theaterereignis von Ballet of Difference, Oper, Schauspiel, und Konzert im Rahmen des Theaterfests
Premiere: 19. September 2026
Aufführungsdauer: 50 Minuten
VORWORT
English Version below
Jeden Aufbruch begleitet eine ganz eigene Erfahrung.
Lange bevor wir einen Ort verlassen, stellen wir ihn uns aus der Perspektive der Erinnerung vor.
Wir beginnen ihn aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Details, die durch die Gewohnheit unsichtbar geworden waren, treten wieder hervor. Orte, die wir für selbstverständlich und unveränderlich hielten, nehmen allmählich den Charakter einer Erinnerung an.
In einem solchen Moment befindet sich dieses Theater.
Seit Generationen ist es im Kulturleben Nürnbergs verwurzelt. Unzählige Künstler*innen bespielten seine Bühnen. Unzählige Zuschauer*innen sind hier ein und aus gegangen. Inszenierungen kamen und gingen – doch etwas ist geblieben: eine Geschichte, die nicht allein aus Aufführungen besteht, sondern aus Begegnungen. Im Verlauf der Zeit sind diese Begegnungen Teil des kollektiven Gedächtnisses der Stadt geworden. Dieses Haus diente dafür als Hülle.
Schon bald werden wir unsere Arbeit an einem anderen Ort fortsetzen. Zuvor jedoch schien es uns wichtig, innezuhalten und wahrzunehmen, was genau wir im Begriff sind zu verlassen. Nicht aus Nostalgie, sondern aus Respekt dem gegenüber, was hier über Generationen gestaltet wurde.
Aus diesem Impuls heraus ist RAUSCH entstanden.
Dass ein Theater seine Aufmerksamkeit nicht einer Premiere, sondern einem Übergang widmet, ist außergewöhnlich.
Wir wollten einen Moment schaffen, in dem das Staatstheater sich seiner selbst bewusst werden kann: nicht als Zusammenschluss unterschiedlicher Sparten, sondern als eine künstlerische Gemeinschaft. Ballett, Oper, Schauspiel, Chor und Orchester ebenso wie die zahlreichen Werkstätten, Gewerke und technischen Bereiche, die dieses Haus ausmachen, tragen zu diesem Abend bei. Dabei spricht jede und jeder Mitwirkende in der je eigenen künstlerischen Sprache. In der Gemeinschaft entsteht so etwas, das keine/r für sich allein hervorbringen könnte.
Das Ergebnis ist weder eine Rückschau noch ein Abschied. Es ist die Chance, dieses Haus noch einmal mit gesteigerter Aufmerksamkeit zu beleben, ehe es sich leise in Erinnerung verwandelt. Während der Arbeit an RAUSCH kehrte ich immer wieder zu einem Satz aus Fünf Minuten Stille zurück, einem der Werke, denen Sie an diesem Abend begegnen werden: „Es wird uns weiterbringen. Die Stille.“
Für unseren weiteren Weg genügt es vielleicht, einen Augenblick innezuhalten.
Richard Siegal
FOREWORD
There is a peculiar experience that accompanies any departure.
Long before we leave, we begin to imagine ourselves having already left. We start to see differently. Details that had disappeared into habit become visible again. Places we assumed would always be there begin, quietly, to acquire the quality of memory.
This theater finds itself in such a moment.
For generations, it has been woven into the cultural life of Nürnberg. Countless artists have stood on its stages. Countless audiences have passed through its doors. Performances have come and gone, yet something has remained: A history made not only of productions, but of encounters. Over time, those encounters have become part of the city’s collective memory. The building has served as their vessel.
Soon we will carry our work into another place. Before doing so, however, it seemed important to pause and recognize what we are about to leave. Not out of nostalgia, but out of respect for what has taken shape here over generations.
RAUSCH grew out of that impulse.
It is unusual for a theater to devote itself not to a premiere, but to a threshold.
We wanted to create a moment in which the Staatstheater could become aware of itself, not as a collection of separate departments, but as a single artistic community. Ballet, opera, drama, chorus, orchestra, and the many workshops, crafts, and technical disciplines that sustain this house have all contributed to this evening. Each responds through its own artistic language. Together, they create something that none of them could make alone.
The result is not a retrospective, nor is it a farewell. It is an opportunity to inhabit this building once more with heightened attention before it quietly becomes something we remember.
While working on RAUSCH, I found myself returning to a single line from Fünf Minuten Stille, one of the works you will encounter this evening.
“Es wird uns weiterbringen. Die Stille.”
As we move forward, perhaps it is enough to pause.
Richard Siegal
Artistic Director & Resident Choreographer, Staatstheater Nürnberg Ballet of Difference
Künstlerische Leitung: Richard Siegal / Musik von Lorenzo Bianchi Hoesch, Meredith Monk, Claudio Monteverdi, Jean Féry Rebel, & Peteris Vasks / Konzept und Choreografie: Richard Siegal / Neukomposition und Soundkonzept: Lorenzo Bianchi Hoesch / Musikalische Leitung: Roland Böer / Kostüme: Flora Miranda / Licht: Roman Fliegel / Chorleitung: Tarmo Vaask / Kinderopernchor Leitung: Philipp Roosz / Web Development: Jean-Philippe Lambert
Mit: Julia Grüter, Sopran (Opernensemble) / Corinna Scheurle, Mezzosopran (Opernensemble) / Stefan Teschner, Violine (Staatsphilharmonie) / Ralph Genda, Violoncello (Staatsphilharmonie) / Gaia Vogel (Schauspielensemble) / Joshua Kliefert (Schauspielensemble) / Kinan Hmeidan (Schauspielensemble) / Staatstheater Nürnberg Ballet of Difference / Staatsphilharmonie Nürnberg / Chor des Staatstheater Nürnberg / Kinderopernchor des Staatstheater Nürnberg
Musik:
I. Claudio Monteverdi (1567-1643): “Pur ti miro” aus L’incoronazione di Poppea
II. Jean-Féry Rebel (1666-1747): “Le Chaos” aus Les Éléments
III. Meredith Monk (*1942): Last Song
IV. Peteris Vasks (*1946): Ausschnitte aus Plainscapes für gemischten Chor, Violine und Cello.
Text:
I. Leo Meier: 5 Minuten Stille (UA: 10.10.2024, Münchener Volkstheater)
Team Staatstheater Nürnberg Ballet of Difference: Ballettdirektor und Chefchoreograf: Richard Siegal / Stellvertretender Ballettdirektor: Evan Supple / Ballettmeister*in: Preston McBain, Beatriz Hack Canabal / Produktionsleitung: José Hurtado / Compagnie-Management: Dorothea Mosl / Team und Medien Koordinator: Helga Denninger / Ballettrepetition: Leonardo Milanés
Team Oper: Staatsintendant und Operndirektor: Prof. Jens-Daniel Herzog / Stellvertretender Staatsintendant und stellvertretender Operndirektor: Johann Casimir Eule / Leiterin Casting Musiktheater und Leiterin Internationales Opernstudio: Susann Kalauka / Chefdramaturg für Oper, Ballett, und Konzert: Dr. Georg Holzer / Chordirektor: Tarmo Vaask
Team Konzert: Generalmusikdirektor: Roland Böer / Orchestergeschäftsführung: Ellen Deger, Mario Spanninger / Konzertmanagement & Konzertdramaturgie: Yves Fukumori / Orchesterdisponentin und Referentin des Generalmusikdirektors: Iris Eisermann / Leitung Theaterbibliothek: Anna Christina Zeiss / Orchesterinspizient: Christopher Wienkoop / Werkstudentin im Orchesterbüro: Carolin Arndt
Team PLUS: Leiterin PLUS Theaterpädagogik: Anja Sparberg / Leiter Kinderopernchor: Philipp Roosz
Team Schauspiel: Schauspieldirektorin: Lene Grösch / Stellvertretender Schauspieldirektor und Chefdramaturg: Harald Wolff / Referentin der Schauspieldirektion: Carina Groth
Team Künstlerische Betriebsbüro: Künstlerische Betriebsdirektorin, Chefdisponentin: Susann Kalauka / Leiterin Künstlerisches Betriebsbüro: Susanne Blank / Mitarbeiterin Künstlerisches Betriebsbüro: Tanja Berndt
Inspizienz: Susanne Hofmann / Kostümassistenz: Anika Kochs / Regieassistenz: Maria Fischer / Technischer Direktor: H.-Peter Gormanns / Referentin des Technischen Direktors: Henriette Barniske / Technischer Leiter Oper: David Wrobel / Leitung Werkstätten und Konstruktion: Hubert Schneider / Bühneninspektor: Rupert Ulsamer / Bühnenmeister: Arnold Kramer / Leiter Beleuchtung: Wolfgang Radtke / Beleuchtungsmeister*in: Franziska Pohlner, Wolfgang Radtke / Ton und Video: Boris Brinkmann, Federico Gärtner Gutierrez, Dominic Jähner, Stefan Witter, Álvaro García López / Kostümdirektion: Susanne Suhr / Masken und Frisuren: Dirk Hirsch, Christine Meisel / Requisite: Urda Staples, Peter Hofmann (Rüstmeister) / Schreinerei: Dieter Engelhardt / Malersaal: Thomas Büning, Ulrike Neuleitner / Theaterplastik: Elke Brehm / Schlosserei: Marco Siegmanski
Das Staatstheater Nürnberg Ballett dankt dem Förderverein Ballettfreunde des Staatstheater Nürnberg e.V.
Fotografieren sowie Ton- und Videoaufzeichnungen sind aus urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet. Das Staatstheater Nürnberg ist eine Stiftung öffentlichen Rechts unter gemeinsamer Trägerschaft des Freistaats Bayern und der Stadt Nürnberg.
IMPRESSUM
Fotos: Diego Belop
Rechte: Meredith Monk: Boosey & Hawkes
Peteris Vasks: Schott Music GmbH & Co
Die Aufführungsrechte für „5 Minuten Stille“ von Leo Meier liegen beim S. Fischer Theater Verlag, Frankurt am Main. Wir danken für die freundliche Genehmigung, Auszüge daraus zu verwenden.
Richard Siegal wird durch den Verlag der Autoren vertreten.
Programmheft zur Premiere von „Rausch“ am 19. September 2026 am Staatstheater Nürnberg / Herausgeber: Staatstheater Nürnberg / Staatsintendant: Jens-Daniel Herzog / Ballettdirektor und Chefchoreograf: Richard Siegal / Stellvertretender Ballettdirektor und Redaktion: Evan Supple / Gestaltung: Jenny Hobrecht, Nadine Siegert / Corporate Design: Bureau Johannes Erler / Herstellung: Offsetdruck Buckl, Nürnberg / Das Staatstheater Nürnberg ist eine Stiftung öffentlichen Rechts unter gemeinsamer Trägerschaft des Freistaats Bayern und der Stadt Nürnberg.
Unser Dank gilt außerdem:
Premiumpartner:
Logos: Lebkuchen Schmidt
Partner:
Logos: Alpha-Gruppe, Datev, BMW, KIB, Sparda-Bank
Ballettfreunde Staatstheater Nürnberg e.V.
Förderverein Ballettfreunde Staatstheater Nürnberg
Vorsitzender: Michael Schöpe
Kontakt: service.info(a)ballettfreundestaatstheaternurnberg.clubdesk.com
Allianz gegen Rechtsextremismus, Metropolregion Nürnberg
Zur Veranstaltungsseite Rausch
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