Staatstheater Nürnberg

Der vollautomatisierte Mensch

Automatisierung und Digitalisierung sind nicht erst seit dem 21. Jahrhundert die Schlagwörter du jour. Im utopistischen Roman des 19. Jahrhunderts finden sich, inspiriert durch die Industrialisierung, einige Vorwegnahmen moderner Entwicklungen.

Ob Edward Bellamy, Karel Čapek, Aldous Huxley, George Orwell oder der jetzt wiederentdeckte Ri Tokko - der futuristische Roman, der entweder utopisch oder dystopisch auf mögliche Konsequenzen für die Menschheit des Maschinenzeitalters hinweist, hat lange Tradition.

Der Nürnberger Ludwig Dexheimer, der DAS AUTOMATENZEITALTER 1930 als Ri Tokko schrieb, nahm nicht nur die Idee des Internets vorweg, sondern auch das Konzept des Klonens und der hormonellen Empfängnisverhütung (hier haben Huxley und er dieselben Ideen über die Zukunft gehabt). Welche Auswirkungen die Automatisierung der Welt für die Menschen haben kann, hat Ri Tokko eher positiv beschrieben - Wissen und Wohlstand führen für ihn zu Frieden und Zivilisation.

Für Fabian Schmidtlein, Dramaturg des AUTOMATENZEITALTERS, steht allerdings fest: "Technologisch ist Dexheimers Vision des Jahres 2500 fast erreicht. Aber friedlicher ist die Welt nicht. Und auch das utopische Denken scheint ausgedient zu haben."

Fast 90 Jahre nach Ri Tokkos Vision können wir die automatisierte Welt seines "prognostischen Romans" mit unserer reellen vergleichen. Wir kommen dabei nicht unbedingt gut weg...

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