Staatstheater Nürnberg

Anwesenheitsnotiz - Sofa-Opern

Sofa-Opern TITELBILD

Lesen, lernen, spazieren gehen, joggen, mit den Kindern spielen… Wie alle versucht sich auch unser Ensemble die Zeit ohne Theater sinnvoll zu vertreiben. Kleiner Tipp: Mit Musik geht vieles einfacher!



Joggen mit Amadeus

Unseren Tenor Martin Platz verbindet eine besondere Beziehung zu Mozart. Nachdem er bereits als Belmonte in „Die Entführung aus dem Serail“, Don Ottavio in „Don Giovanni“ und in der Spielzeit 2018/19 als Ferrando in Jens-Daniel Herzogs Inszenierung von „Cosí fan tutte“ zu sehen war, bereitet sich das Opern-Ensemblemitglied gegenwärtig auf die ursprünglich für Karsamstag vorgesehene Wiederaufnahme der „Zauberflöte“ (Regie: Laura Scozzi) vor. Damit er auch unterwegs nicht auf den berühmten Salzburger Musiker und Komponisten verzichten muss, begleitet ihn Falcos Mozart-Hymne bei seinem täglichen Fitnessprogramm.

Video: Martin Platz | Creative Commons CC-BY-SA


Der stilvolle Auftritt

Wenn auch der große Auftritt im Nürnberger Opernhaus Corona-bedingt entfallen muss, heißt dies noch lange nicht, dass die wohl größten Bewunderer des eigenen künstlerischen Schaffens gänzlich auf den musikalischen Hochgenuss verzichten müssen. Dann aber auch mit Stil, meint Tenor Tadeusz Szlenkier! Also rein in den Frack, einmal tief durchatmen und schon kann die (Privat-)Vorstellung beginnen. Und spätestens, wenn der frenetische Schlussapplaus erklingt, geht auch im Hause Szlenkier die Sonne auf!

Video: Tadeusz Szlenkier | Creative Commons CC-BY-SA


Über die heilende Kraft des Birkenwassers

Als Jochen Kupfer aus dem Opernensemble anlässlich der Premiere von „Krieg und Frieden“ bezugnehmend auf das erste Bild der Operninszenierung (ein Birkenwald) ein Premierengeschenk suchte, stieß er auf das Birkenwasser, dem heilende Kraft zugesprochen wird. Neben dem heimischen Studium der Partituren fand der Bassbariton die Muße, das Birkenwasser im eigenen Garten zu gewinnen. Gezapft wird der Birkensaft meist im April, indem der Stamm angebohrt oder ein Ast beschnitten wird. Bis zu 200 Liter produziert die Birke pro Jahr! Man sollte sie jedoch nicht überstrapazieren, denn wie die Stimme eines Opernsängers braucht sie Zeit, um sich für den nächsten Einsatz zu regenerieren.

Video: Jochen Kupfer | Creative Commons CC-BY-SA


Trockenübungen

Meist ist sie für das Publikum unsichtbar, dabei ist ihre Arbeit ein überaus wichtiger Bestandteil der Opern- oder Schauspielaufführung. Sie entscheidet maßgeblich mit, ob eine Produktion erfolgreich über die Bühne geht – oder ob sie im Chaos endet: die Souffleuse. In der Oper gibt sie den Sängerinnen und Sängern die notwendige Sicherheit, um sich auf Gesang, Dirigat und szenisches Spiel konzentrieren zu können. Dazu spricht sie den Text flüsternd mit – laut genug, damit es auf der Bühne gehört wird, und doch so leise, dass ihr Wirken dem Publikum verborgen bleibt – und souffliert dabei deutlich vor den tatsächlichen Einsätzen, damit die Sängerinnen und Sänger noch rechtzeitig reagieren können. Sie gibt die Einsätze vor, dirigiert mitunter mit und trägt so dazu bei, dass Hänger und Patzer vermieden werden und die Aufführung störungsfrei abläuft. Ob aus dem Souffleurkasten oder per Funk, ohne Mitarbeiterinnen wie Brigitte Christine Tretter wäre das Staatstheater Nürnberg sicher verloren. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie die Arbeit einer Souffleuse aussieht, der verfolge die Trockenübungen von Brigitte Christine Tretter für die Opernproduktion „Peter Grimes“.

Video: Christine Tretter | Creative Commons CC-BY-SA


Einsamer Waldspaziergang

Die Corona-bedingte Isolation in den eigenen vier Wänden kann schnell bedrückend wirken und die Luft zum Atmen rauben, die Einsamkeit in der Natur hingegen macht Geist und Seele frei und lässt neue Kraft und Kreativität schöpfen. Mezzosopranistin Irina Maltseva aus dem Opernensemble nimmt uns mit auf einen einsamen Waldspaziergang. Keine Opernarie, kein Chorgesang, keine Orchesterklänge, nur das Geräusch des Windes im Ohr, der durch die Blätter rauscht, Vogelgezwitscher, fernes Glockenläuten und das knirschende Geräusch der eigenen Schritte auf dem Waldweg. Die Stille vor dem hoffentlich bald wieder stürmischen Applaus im Opernhaus!

Video: Irina Maltseva | Creative Commons CC-BY-SA


Wasserspiele eines Wassermanns

Da Schulen und Kitas gegenwärtig geschlossen sind, besteht auch für die Künstlerinnen und Mitarbeiterinnen am Staatstheater eine besondere Herausforderung in der Fürsorge, Aufsicht und Unterhaltung ihrer Kinder in den eigenen vier Wänden. Bassbariton Wongyong Kang aus dem Opernensemble verbindet das Spiel mit dem Sohn mit seiner Leidenschaft für die Musik – und singt passend zum Wasserspiel die Arie des Wassermanns Vodník aus Antonín Dvořáks Oper „Rusalka“. Eine Privatvorstellung, die mit Bravorufen seines Sohnes honoriert wird. Und was gäbe es für eine schönere Entschädigung für den derzeit ausbleibenden Applaus im Nürnberger Opernhaus!

Video: Wongyong Kang | Creative Commons CC-BY-SA


Alles andere als Katzenmusik

Auf Initiative der deutschen Musikverbände erklang am 22. März um Punkt 18 Uhr deutschlandweit Beethovens „Ode an die Freude“. Ob instrumental oder vokal, ob aus Fenstern, von Balkonen, auf Terrassen oder in Gärten – in Zeiten des gebotenen Mindestabstands verbanden sich Menschen via Musik zu einem bundesweiten Konzertensemble. Darunter auch Musiker*innen der Staatsphilharmonie und Sänger*innen des Opernensembles, wie unsere Sopranistin Julia Grüter. Regelmäßig erfreut sie das Nürnberger Opern- und Konzertpublikum mit ihrem eindrucksvollen Sopran, doch ihre Katzen bevorzugen offensichtlich Katzenmusik – und ergreifen angesichts solch (über-)menschlicher Stimmgewalt die Flucht. Die Nachbarn zeigen sich indessen hocherfreut über das gebotene Fensterkonzert.

Video: Julia Grüter | Creative Commons, CC-BY-SA

Passend dazu:

Nach oben

Diese Webseite verwendet Cookies, um für Sie eine möglichst einfache Nutzung der Seite sicherzustellen. Weitere Hinweise Datenschutzerklärung