Staatstheater Nürnberg

Anwesenheitsnotiz - Corona-Couplets

Corona-Couplets TITELBILD

Schreibblockade, Stimmverlust, Schaffenskrise? Nicht bei uns. Der Corona-Virus setzt kreative Kräfte frei. Überzeugen Sie sich selbst!



Die etwas andere Balkonszene

Was geschieht, wenn die Mitglieder des Opernensembles weder proben noch Vorstellungen geben dürfen? Wenn sie nach monatelanger gemeinsamer Zeit auf und hinter der Bühne plötzlich keinen direkten Kontakt mehr zueinander haben dürfen? Tenor Hans Kittelmann hält es nicht mehr aus! Im Hinterhof der Sopranistin Andromahi Raptis ruft er seine Kollegin auf den Balkon hinaus und versucht, sie davon zu überzeugen, zu ihm herunter zu kommen. Doch in diesen Zeiten drohen große Gefahren, warnt Andromahi Raptis, und die Ausgangssperre wird polizeilich kontrolliert. Es sei wichtig und richtig, zu Hause zu bleiben, Abstand zu halten, auch um andere zu schützen. Wird sie ihren Kollegen zur Vernunft bringen? Ähnlichkeiten mit Bühnenfiguren aus der aktuellen Spielzeit sind übrigens rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Video: David Klumpp | Creative Commons CC-BY-SA


Corona-Medley á la Humperdinck

Von Hamsterkäufen, gähnender Langeweile durch wochenlange Isolation, der Sehnsucht nach den Freunden, Freizeitaktivitäten, Einkaufs- und Sportanlagen, von Ermahnungen zur Einhaltung von Mindestabstand und Ratschlägen, zuhause zu bleiben, wissen Sopranistin Julia Grüter aus dem Opernensemble und Mezzosopranistin Paula Meisinger, Mitglied des Internationalen Opernstudios, in ihrem Corona-Medley nach Humperdincks „Hänsel und Gretel“ zu erzählen. Ihr Appell an alle Quarantäne-Frustrierten: Griesgram hinaus, fort aus dem Haus!

Video: Julia Grüter & Paula Meisinger | Creative Commons CC-BY-SA | Klavierbegleitung: Benjamin Schneider


(Alb)Traum eines Inspizienten

Wie gelingt es eigentlich, eine derart komplexe Kunstform wie die Oper auf die Bühne zu bringen? Wer koordiniert die Abläufe? Zum Beispiel wann sich der Vorhang öffnet und schließt, zu welcher Zeit die Darsteller*innen die Bühne betreten, wann Licht- und Toneffekte einsetzen, wann sich welche Bühnenelemente bewegen? Ohne den Einsatz eines wachsamen Inspizienten wäre all dies undenkbar. Er koordiniert den gesamten künstlerischen und technischen Ablauf einer Bühnenaufführung. Als Vermittler zwischen Kunst und Technik muss er die Aufführung in- und auswendig kennen, immerhin steuert er vom Inspizientenpult aus mittels Mikrofon, verschiedener Monitore und optischer Signalanlagen die komplette Vorstellung. Koordinations-, Organisations- und Teamfähigkeit sind ebenso gefragt wie großes Verantwortungsbewusstsein und die Veranlagung, in Stresssituation die Ruhe zu bewahren. In Rainer Hofmann hat das Staattheater Nürnberg einen solchen Vorzeige-Inspizienten gefunden. Doch was passiert mit einem hochmotivierten Inspizienten, wenn der Theaterbetrieb plötzlich stillsteht?

Video: Boris Brinkmann, Ulrich Speith, Stefan Witter | Creative Commons CC-BY-SA


Kein Schwein steckt sich an

Wer ahnte, was für bislang unentdeckte Talente in unseren Mitarbeiter*innen hinter den Kulissen stecken! Sebastian Häupler ist nicht nur ein hochangesehener Regieassistent unserer Musiktheatersparte, er ist auch noch ein begnadeter Songtexter, Humorist, Sänger, Pianist, Kazoo-Spieler und Pfeif-Künstler. Und umsichtig ist er noch dazu, denn kein Schwein steckt sich bei ihm an!

Video: Sebastian Häupler | Creative Commons CC-BY-SA


Lost Places – Fragmente

Viele kennen sie, die Versuchung der einsamen Bühne im menschenleeren Theater: Man würde sich am liebsten in die Mitte der Bühne stellen und laut singen. Wie eine Opernsängerin eben. Wie Mezzosopranistin Almerija Delic aus dem Opernensemble, die dieses Privileg mehrere Abende in der Woche hat. Oder besser gesagt gewöhnlich hat. Corona-bedingt besteht diese Möglichkeit gegenwärtig nicht. Das heißt jedoch nicht, dass es sie nicht manchmal in den Fingern juckt bzw. in der Kehle. Hier präsentiert sie „fragmente_AlmerijaD_lostplaces01“ mit Werken von Aribert Reimann und Kurt Weill, mit der ungarischen Ballade „Gloomy Sunday“ und dem traditionellen Lied der Roma „Dzelem Dzelelm“.

Video: Almerija Delic | Creative Commons CC-BY-SA


„Dämonische“ Grüße aus dem Opernhaus

Wie hört sich eigentlich die Arbeit einer Souffleuse an, die dem Publikum gewöhnlich verborgen bleiben soll? Teresa Erbe vom Staatstheater Nürnberg macht es vor. Aus Anton Rubinsteins Oper „Der Dämon“, die ursprünglich am 4. April am Staatstheater Nürnberg ihre Premiere feiern sollte, zitiert sie einige Seiten aus der Partitur. In russischer Sprache versteht sich. Teresa Erbe hofft darauf, Sie bald im Opernhaus wiederzusehen bzw., angesichts ihres verborgenen Arbeitsplatzes, Sie bald wieder in ihrem Rücken sich räuspern zu hören.

Video: Teresa Erbe, Boris Brinkmann | Creative Commons CC-BY-SA


Das Schweigen des gefangenen Chors

Noch im März hat der Chor des Staatstheaters Nürnberg mit dem berühmten „Va, pensiero“ aus Verdis Oper „Nabucco“ im Nürnberger Opernhaus für Gänsehaut gesorgt. Nun sind aus den Choristen vorübergehend Solisten geworden, die im häuslichem Arrest einzeln proben und sehnsüchtig darauf warten, endlich wieder gemeinsam die Stimme zu erheben. Passend zur Stummfilmästhetik der „Nabucco“-Inszenierung von Immo Karaman verharren sie unter der Leitung des Chorleiters Tarmo Vaask also erst einmal gemeinsam im Schweigen. Bis der Vorhang sich wieder öffnet und aus dem vorübergehend gefangenen Chor der stimmgewaltige Gefangenenchor wird.

Video: Tarmo Vaask, Boris Brinkmann | Creative Commons CC-BY-SA

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